Ängste und Panik überwinden

„BEHERZT IST NICHT, WER KEINE ANGST KENNT, BEHERZT IST, WER DIE ANGST KENNT, UND SIE ÜBERWINDET.“
– KHALIL GIBRAN

Angst ist grundsätzlich eine überlebenswichtige Warn- und Schutzreaktion. Sie kann uns veranlassen vor Schreck zu erstarren, anzugreifen und uns entsprechend gegen die Gefahr zu wehren oder zu fliehen oder eine bestimmte Situation künftig zu meiden. Auf kognitiver Ebene bewertet unser Gehirn eine drohende Gefahr als (lebens-)bedrohlich. Auf körperlicher Ebene ist Angst mit einer Vielfalt an Stress-Reaktionen wie z.B. erhöhter Herzschlag, beschleunigte Atmung, Schwitzen, Zittern, verschwommenes Sehen, angespannten Muskeln und einigen mehr verbunden, sprich alles, was es dem Menschen früher ermöglicht hat, sich zu verteidigen oder zu fliehen. Ist die Gefahrensituation vorbei, verschwinden die Angst und ihre Symptome wieder. Ohne Angst und Furcht hätten wir nicht die Fähigkeit entwickelt, rasch und entschlossen zu handeln, wichtige Entscheidungen zu treffen und uns auf körperlicher Ebene selbst zu schützen. Diese Abläufe sind also seit Urzeiten in uns verankert. Ein bisschen Angst oder zumindest ein unangenehmes Gefühl in bestimmten Situationen kennt jeder und diese Gefühle sind auch vollkommen normal.

Ängste werden jedoch zu einer Dauerbelastung, wenn sie in an sich unbegründeten Situationen auftauchen, in keinem angemessenen Verhältnis mehr zum Auslöser stehen und sie unser Tun und Handeln lähmen. Für unser Gehirn und unseren Körper spielt es nämlich keine Rolle, ob eine Gefahr tatsächlich besteht oder lediglich als solche empfunden wird. Ängste und Panik können daher zu einer immensen Belastung werden.

Angst Therapie Rosenheim

Angst Therapie Rosenheim

Folgende Fragen können Ihnen helfen festzustellen, ob Ihre Angst eine über das „normale“ Maß hinausgehende Angst ist:
  • Denken Sie einen großen Teil des Tages über Ihre Ängste nach?
  • Haben Sie häufig Angst verlassen zu werden, krank zu werden, dass etwas Schlimmes passieren könnte, Angst vor dem Älterwerden, Einsamkeit, Angst wie es nur weitergehen soll?
  • Sie leiden unter Ihren Angstzuständen und werden immer niedergeschlagener, ängstlicher und depressiver?
  • Sie leiden unter Panikattacken, Zittern, Schwitzen, Herzrasen, haben in diesen Momenten das Gefühl bald durchzudrehen und Angst Ihre Wohnung zu verlassen?
  • Sie ziehen sich immer mehr zurück, meiden gesellschaftliche Anlässe oder haben Angst vor Menschenansammlungen?
  • Sie sind schüchtern, haben Angst auszugehen, jemanden kennenzulernen oder starke Angst davor jemanden anzusprechen?
  • Es ist Ihnen peinlich, dass Sie ständig erröten, feuchte Hände haben und zur Toilette müssen, sobald Sie sich unter fremde Menschen begeben?
  • Wegen Ihrer Ängste können Sie viele Dinge nicht mehr ausüben oder übernehmen?
  • Ihre Ängste gefährden Ihre Partnerschaft oder Ihre Arbeitsfähigkeit?
  • Sie versuchen Ihre Ängste mit Alkohol, Beruhigungsmitteln oder Drogen zu bekämpfen?
  • Aufgrund Ihrer Ängste fühlen Sie sich in Ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt?
  • Sie haben die Hoffnung aufgegeben, dass es noch einmal besser werden könnte und haben schon darüber nachgedacht, sich Leben zu nehmen?
Als „Angstmensch“ erleben Sie all diese Reaktionen körperlich und psychisch sehr intensiv. In manchen Fällen können Sie auch erkennen, dass Ihre Angst unbegründet ist, es gelingt Ihnen aber trotzdem nicht, Ihre Ängste und körperlichen Reaktionen zu kontrollieren oder auszuschalten – die Angst wird chronisch. Angsterlebnisse können nur in Zusammenhang mit bestimmten Auslösern auftreten, z.B. an bestimmten Orten, beim Sprechen vor Menschen, im Flugzeug, beim Zahnarzt oder beim Zusammentreffen mit Hunden. Man spricht dann von einer Phobie. Betroffene versuchen dann zumeist, solche Situationen so gut wie möglich zu vermeiden. Ängste können aber auch unabhängig von bestimmten Auslösern auftreten, so dass Gedanken und Vorstellungen immer um mögliche Gefahren kreisen und Betroffene sich nahezu permanent angsterfüllt fühlen. In Form von Panikattacken können Ängste auch plötzlich und unerwartet über Menschen hereinbrechen. Eine solche Panikattacke wird oftmals als so intensiv erlebt, dass man Angst hat zu sterben oder gleich verrückt zu werden. Häufig entwickeln Betroffene Erwartungsangst („Jetzt geht es gleich wieder los!“), die sogenannte Angst vor der Angst. Ängste können generalisieren und in diesem Fall schwerwiegende Auswirkungen haben wie z.B. ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten, Rückzug in die eigenen vier Wände und soziale Isolation, Probleme in Familie und Partnerschaft, Scham, mangelndes Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, Arbeitsunfähigkeit bis hin zum drohenden Verlust des Arbeitsplatzes, „Selbsttherapie“ um die Angst in Griff zu bekommen und damit die Gefahr von Abhängigkeitserkrankungen. Häufig werden durch Ängste Depressionen ausgelöst oder umgekehrt. Kommt Ihnen das alles bekannt vor? Das Ziel nie mehr Angst zu haben, ist weder ein realistisches noch ein machbares Ziel. Angst ist ein zutiefst menschliches Gefühl. Ein gewisses Maß an Angst, insbesondere in schwierigen Situationen ist durchaus angebracht. Angst entsteht aber auch durch unsere Bewertung. Deshalb: Bitte schämen und scheuen Sie sich daher nicht wegen Ihrer Angst Hilfe aufzusuchen. Zur Behandlung bei Ängsten arbeite ich mit verschiedenen Methoden. Nach einer ausführlichen Anamnese werden wir zusammen herausfinden, welche davon für Sie am besten geeignet ist. Bitte beachten Sie, dass bei isolierten Phobien wie z.B. einer Angst vor Hunden, Spinnen oder Flugangst, in der Regel schneller Ergebnisse zu erzielen sind als bei generalisierten Ängsten, die einen komplexeren Therapieplan erfordern. Ziel sollte es sein, die Ängste zu überwinden, die Sie an der Verwirklichung Ihrer Ziele hindern und Ihrer Lebensqualität schaden und den Umgang mit Ängsten zu lernen, die möglicherweise nützlich sind.
„Angst klopfte an. Vertrauen öffnete. Keiner war draußen.“ (Aus China)